Schulentwicklung.ch

Schulinterne Weiterbildung (SCHILW)

Schulinterne Weiterbildung im Kollegium ist eine der erfolgreichsten berufsbezogenen Lernformen überhaupt. Wenn Lehrpersonen voneinander, miteinander und füreinander lernen und wenn sie das handlungsorientiert tun, mit dem Blick auf den Transfer in den eigenen Unterricht, dann bestehen gute Chancen, dass die beteiligten Lehrpersonen diese Form praxisbezogener Weiterbildung nicht mehr missen möchten.

Sie wollen an Ihrer Schule Weiterbildungen durchführen, die für Lehrende und Lernende einen spürbaren Nutzen haben? Zu unserem Angebot gehören:


Module für die schulinterne Weiterbildung

Die Weiterbildungsmodule des Beratungsteams schulentwicklung.ch sind handlungsorientierte Methodentrainings, in denen die Lehrpersonen Methoden und Lernformen konkret erleben und kennenlernen können. Zu welchen Themen eine Schule im Rahmen von schulinternen Weiterbildungen arbeitet, hängt wesentlich von ihren Bedürfnissen und vom Stand der Unterrichtsentwicklung ab. Die folgende Abbildung zeigt die Palette von Weiterbildungsmodulen, mit denen Schulen arbeiten können. Die Bandbreite der Themen illustriert die Möglichkeit und Notwendigkeit, Prioritäten zu setzen und eine bewusste Auswahl zu treffen.


Abb.: Module für die schulinterne Weiterbildung von schulentwicklung.ch


Schrittweise voran: drei Phasen der kooperativen Unterrichtsentwicklung

Einstiegsphase: In praxisnahen schulinternen Weiterbildungen erweitern und vertiefen die Lehrpersonen ihre methodischen-didaktischen Kompetenzen. Ziel ist die Gestaltung eines schüleraktivierenden Unterrichts, der produktiv mit Vielfalt umgehen kann. Erste Vereinbarungen in den Unterrichtsteams/Pädagogischen Teams und der Transfer in den eigenen Unterricht sind Teile dieser Weiterbildungen. Erfahrungsgemäss gestalten viele Schulen den Einstieg in eine gemeinsame Unterrichtsentwicklung mit Modulen zur Einführung des Kooperativen Lernens. Kooperative Arbeitsformen fördern die Teamentwicklung. Lehrpersonen lernen miteinander und voneinander. Sie erproben Methoden eines schüleraktivierenden Unterrichts und erleben diese im Rahmen von Methodentrainings aus der Perspektive der Lernenden. Deshalb können die Lehrpersonen besser einschätzen, wie sie die Methoden für verschiedene Stufen und Fächer fruchtbar machen können. Gegenstand der Weiterbildungen sind jedoch nicht einfach Unterrichtsrezepte, sondern es geht um wichtige Fragen eines kompetenzorientierten Unterrichts: Wie können Lernende produktiv alleine und in Gruppen arbeiten? Wie kann die Selbstwirksamkeit der Lernenden gefördert werden? Wie kann ich als Lehrperson alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht aktivieren, produktiv zusammenarbeiten lassen und gleichzeitig das soziale Miteinander fördern? Wie können Lernende gute fachliche Leistungen erbringen und gleichzeitig ihre sozialen und methodischen Kompetenzen weiter entwickeln? Was ist meine Rolle als Lehrperson während den Phasen, in denen die Kinder und Jugendlichen alleine oder in Gruppen arbeiten?

Aufbauphase: Im Zusammenhang mit den schulinternen Weiterbildungen vereinbaren die Unterrichtsteams Methoden, die sie auf ihrer Stufe, in ihren Fächern einsetzen wollen und zu denen sie exemplarische Aufgaben erstellen werden. Die Methodenvereinbarungen betreffen jedoch nicht nur die Ebene der Lehrpersonen, sondern auch jene der Schülerinnen und Schüler. Diese sollen darin gefördert werden, die vereinbarten Lern- und Arbeitsmethoden kompetent zu beherrschen und selbständig ausüben zu können. In dieser Phase entsteht ein gemeinsam erarbeiteter Fundus an Unterrichtsreihen, Aufgaben- und Methodensammlungen, an Prüfungs- und Übungsaufgaben, an Instrumenten für formative Rückmeldungen u.a.m. Schulinterne Weiterbildungen sind in dieser Phase als methodisch-didaktische Werkstätten gestaltet und unterstützen die Weiterentwicklung des gemeinsamen Repertoires.

Auswertungs- und Konzeptphase: Die Unterrichtsteams nutzen die Ressourcen und Erfahrungen der Teamitglieder, um einen Unterricht zu gestalten, der Kompetenzen fördert und individuelle Lernwege ermöglicht. Konzepte werden schrittweise entwickelt, wobei die Theorie der Praxis folgt: die Teams folgen dem Motto «Wir diskutieren nicht (nur), wir probieren es aus und reflektieren die gemachten Erfahrungen». Mit dieser Haltung können Aufgaben und Entwicklungsarbeiten sehr konkret angegangen und ausgewertet werden. Die erprobten Elemente (zur Förderung von Lernkompetenzen, zur Individualisierung, zur kompetenzorientierten Beurteilung) können dann als tragfähige Konzeptbausteine verwendet werden.


Beratung der Schul- und Unterrichtsentwicklung

Um eine enge Koppelung zwischen den schulinternen Weiterbildungen und dem schrittweisen Aufbau von Unterrichtsteams zu gewährleisten, kann die Schulleitung Beratung zu folgenden Fragen beiziehen:

  • Wie können Unterrichtsteams gebildet und eingeführt werden (Kriterien der Teambildung, Organisationsformen auf der Primar- und auf der Oberstufe)?
  • Was sind die Vor- und Nachteile verschiedener Formen der Unterrichtsteam-Arbeit? Welche Aufträge sind in welchen Phasen der Unterrichts- und Teamentwicklung sinnvoll?
  • Wie können Unterrichtsteams geführt werden (Führungsaufgaben der Schulleitung, Steuerung der Schul- und Unterrichtsentwicklung, Leitung von Unterrichtsteams, Rollenklärung)?
  • Wie kann Unterrichtsentwicklung zielorientiert geplant und schrittweise umgesetzt werden (Planungsinstrumente, Verbindung mit Organisations- und Personalentwicklung)?
  • Wie können (Zwischen-)Ergebnisse konzeptionell gesichert werden (z.B. als Lernkompetenzen-Curriculum, als Elemente eines tragfähigen Individualisierungskonzepts oder als Vereinbarungen zur Beurteilungspraxis der Schule)
  • Wie kann die Zeit- und Lernorganisation der Schule weiterentwickelt werden, um einen kompetenzorientierten Unterricht in heterogenen Gruppen zu unterstützen (z.B. Lernen in Projekten, Lernateliers, Lernteams, Intensivtrainings, Lernlandschaften, Lernpläne)?

Mögliche Gefässe für die Beratung (abhängig von Führungsstrukturen und dem Bedarf der Schule):

  • Führungsklausuren (Schulleitende)
  • Schulleitung mit schulischer Steuergruppe (häufig mit den Unterrichtsteam-Leitungen)

Unterrichtsentwicklungs- und Selbstevaluationsplattform IQES online

Das Beratungsteam schulentwicklung.ch setzt in allen Weiterbildungsmodulen die bewährten Methodenkoffer von IQES online ein. Die Teilnehmer erhalten die Methodenbeschreibungen und die weiteren Lernmaterialien für die Schüler elektronisch und als Kopie. Falls Schulen zudem über einen IQES-Account verfügen, können die Lehrpersonen in den Transferphasen nach den SCHILW-Modulen die gesamten Methodenkoffer und Unterrichtsmaterialien von IQES online nutzen. Schulen, die in längerfristigen Unterrichtsentwicklungsprojekten mit uns zusammenarbeiten, entscheiden sich in der Regel auch für die Nutzung von IQES online.

Die Unterrichtsentwicklungs- und Selbstevaluationsplattform IQES online steht Schulen zur Verfügung, die über ein Einzel- oder Sammelabonnement Zugang zur Website haben. Lehrpersonen aller Stufen und Fächer finden hier:

  • Bausteine für ein Lernkompetenzen-Curriculum: 180 Lerneinheiten zu überfachlichen und fachspezifischen Lernkompetenzen
  • Lernen lernen von Anfang an: Individuelle Methoden, Kommunikation und Kooperation, Gespräche mit Kindern
  • Methodensammlung «Selbständiges Lernen»: 500 klar strukturierte und schnell einsetzbare Methoden für einen schüleraktivierenden Unterricht
  • Lernvideos: Mittel für individuelles und kooperatives Lernen: Mit Schüler/innen Lernvideos produzieren; Lernvideos zu Mathematik, Faltgeometrie, Werken, Mediennutzung, ICT u.a.
  • Methodensammlung «Kooperatives Lernen»: Kooperatives Lernen (KG-Sek), Teamgeist fördern, Beurteilen im Kooperativen Lernen
  • Lesekompetenz: Kooperatives Sprach- und Lesetraining
  • Visualisieren und präsentieren: Methodenkoffer Visualisieren, Methodenkoffer Präsentieren (inkl. Bewertungsraster)
  • Bausteine zur Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen
  • Instrumente für die formative und summative Leistungsbeurteilung
  • Instrumente für die Selbstbeurteilung und das wechselseitige Schülerfeedback

Alle Unterrichtsmaterialien und Methoden sind in der Praxis erprobt. Sie können ohne grossen Aufwand an eigene Bedürfnisse angepasst und im Unterricht eingeführt werden.